SVMTR-Geschäftsstelle besucht die Radiologie des Luzerner Kantonsspitals

Geschäftsstelle SVMTR

Die Geschäftsstelle der SVMTR erhielt im Juni 2026 die Gelegenheit, einen spannenden Blick hinter die Kulissen des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) zu werfen und die vielfältigen Bereiche der Radiologie kennenzulernen.

Fachbegriffe wie MRT, interventionelle Radiologie, Radio-Onkologie oder Nuklearmedizin sind vielen bekannt. Doch wie sieht die Arbeit in diesen Bereichen konkret aus? Dieser Frage durften wir vor Ort auf den Grund gehen. Dabei betrachteten wir ein MRT-Gerät aus einer ganz anderen Perspektive, konnten eine CT-Untersuchung hautnah mitverfolgen und lernten die faszinierende Arbeit der interventionellen Radiologie, der Radio-Onkologie und der Nuklearmedizin näher kennen.

Unterwegs in der Radiologie des LUKS
Wir starteten den Morgen mit einer herzlichen Begrüssung und einem interessanten Einblick in die Administration der Radiologie am LUKS. Dabei erfuhren wir ausserdem mehr über den Neubau des Kinderspitals und der Frauenklinik. Anschliessend besuchten wir die Bereiche MRT, Röntgen und Computertomografie. Lino Hahn, Co-Leiter Radiologiefachpersonen am LUKS, führte uns durch die verschiedenen Abteilungen und erklärte deren Schwerpunkte. Dabei erfuhren wir, dass sowohl Patient:innen mit geplanten Terminen als auch Notfallpatient:innen rund um die Uhr betreut werden.

Danach führte uns der Rundgang durch die bestehenden Bereiche des Kinderspitals und der Frauenklinik. Besonders im Kinderspital fiel uns auf, mit wie viel Herzblut die Räume eingerichtet sind. Tiermotive und farbenfrohe Elemente tragen dazu bei, den Kindern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Präzision in Diagnostik und Therapie erleben
In der interventionellen Radiologie beeindruckte uns, mit welcher Präzision die Blutgefässe dargestellt, beurteilt und behandelt werden können. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie rasch sich der Zustand von Patient:innen verändern kann und wie wichtig schnelles und präzises Handeln in solchen Situationen ist.

Der nächste Programmpunkt führte uns in die Nuklearmedizin, wo wir eine weitere spannende Seite der medizinischen Bildgebung kennenlernen durften. Besonders eindrücklich war für uns der Umgang mit radioaktiven Substanzen. Es gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Mitarbeitende, die mit diesen Stoffen arbeiten, tragen einen dosimetrischen Ring. Die gemessenen Werte werden regelmässig ausgewertet. Unter Einhaltung der besonderen Sicherheitsmassnahmen durften wir auch hier einer Behandlung beiwohnen.

Aufschlussreich war zudem der Einblick in eine der vollständig digitalisierten Therapiestationen der Nuklearmedizin. Nach bestimmten Therapien bleiben die Patient:innen für einige Zeit auf der Station, da sie vorübergehend radioaktive Strahlung abgeben. Während unseres Besuchs galten deshalb klare Verhaltensregeln. Wir durften beispielsweise keine Oberflächen berühren. Das Abwasser der Therapiestation wird in grossen Abklingtanks gesammelt. Erst nachdem die Radioaktivität auf einen gesetzlich festgelegten, unbedenklichen Wert abgesunken ist, wird das Wasser kontrolliert in die Kanalisation abgegeben.

Zum Abschluss unseres Rundgangs besuchten wir die Radio-Onkologie. Dabei wurde deutlich, wie viel Vorbereitung, Präzision und Teamarbeit nötig sind, bevor eine Bestrahlung durchgeführt werden kann. Umso erstaunlicher war, wie effizient die eigentliche Behandlung abläuft. Patient:innen verbringen dabei häufig nur rund zehn Minuten im Bestrahlungsraum. Ebenso faszinierte uns die technische Entwicklung der vergangenen Jahre: Moderne Bestrahlungsgeräte ermöglichen heute eine äusserst präzise und zielgerichtete Behandlung.

Technik und Teamarbeit im Zusammenspiel
Während unseres Besuchs wurde in allen Bereichen und Fachrichtungen deutlich, wie hoch das Arbeitstempo ist und wie eng die Untersuchungen und Behandlungen aufeinander abgestimmt sind. Die Geräte sind fast ununterbrochen im Einsatz und liefern den Ärztinnen und Ärzten wichtige Informationen für Diagnostik und Therapie.

Uns wurde bewusst, dass ein MRT besonders detaillierte Bilder der Weichteile liefert, während ein CT innerhalb kürzester Zeit wichtige Informationen bereitstellt und insbesondere in Notfallsituationen eine schnelle Diagnosestellung ermöglicht. . Erstaunlich war auch zu erfahren, dass heute dank moderner Verfahren Tumore von nur wenigen Millimetern Grösse sichtbar gemacht werden können. Bei einigen MRT-Bildern waren die Befunde selbst für uns offensichtlich, bei anderen konnten wir als Laien nichts erkennen.

Die Leidenschaft und Begeisterung der Mitarbeitenden für ihren Beruf waren deutlich spürbar. Mit viel Engagement nahmen sie sich Zeit, unsere zahlreichen Fragen zu beantworten und uns ihren abwechslungsreichen Arbeitsalltag näherzubringen.

Die SVMTR-Geschäftsstelle zu Besuch in der Radiologie des LUKS – von links: Helene Rebsamen (Geschäftsführerin), Sabrina Zumbach (Assistentin) und Sonja Weilenmann (Projektverantwortliche).

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich beim gesamten Radiologie-Team des LUKS. Vielen Dank, dass wir diese besondere Gelegenheit erhalten haben und einen so vielfältigen Einblick in die verschiedenen Fachbereiche gewinnen durften. Der Besuch hat uns einmal mehr gezeigt, wie viel Fachwissen, Präzision und Teamarbeit hinter der modernen medizinischen Bildgebung und Therapie stecken.

Kontakt:
SVMTR/ASTRM
Geschäftsstelle 
Bahnhofstrasse 7b
6210 Sursee

Tel. 041 926 07 77
info@svmtr.ch

Weitere Fachartikel

05.08.2026

Wenn Fossilien in den CT kommen: Dual-Energy-Akquisition jenseits des klinischen Alltags

Was passiert, wenn der «Patient» 150 Millionen Jahre alt ist, in einem Felsblock eingebettet liegt und keine Dosisgrenzwerte kennt? Am Radiologiezentrum des Kantonsspitals Aarau (KSA) wurden die Knochen eines Edaphosaurus und eines Dimetrodon untersucht. Das in einen rund 80 Kilogramm schweren Gesteinsblock eingebettete Skelett eines Sauropoden-Babys wurde im Radiologiezentrum Lenzburg KSA gescannt. Beide Untersuchungen erfolgten mittels Dual-Energy-CT am SOMATOM X.ceed, einem Hochgeschwindigkeits-CT-Scanner. Der folgende Erfahrungsbericht gibt Einblicke in die Protokollwahl, die Herausforderungen bei der Lagerung, die Dosisfreigabe und die technologischen Fortschritte.

08.07.2026

SVMTR-Funktionär:innen im Fokus: Gisela Salm, Vizepräsidentin der SVMTR

Gisela Salm ist seit 2023 Mitglied des Zentralvorstands der SVMTR und engagiert sich seit 2025 als Vizepräsidentin. Als Bildungsgangleiterin bringt sie eine wichtige Perspektive in die Verbandsarbeit ein: die Verbindung von Bildungs- und Berufspolitik. In der Blogserie erklärt sie, weshalb diese beiden Bereiche für die Zukunft der Radiologiefachpersonen untrennbar zusammengehören.

09.06.2026

Zervixkarzinom in der MRT – Therapieentscheidungen sichtbar machen

Das Zervixkarzinom zählt weltweit mit rund 660 000 Neuerkrankungen pro Jahr zu den häufigsten malignen Erkrankungen der Frau und stellt die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Besonders in afrikanischen Ländern bleibt die Inzidenz weiterhin hoch.

15.04.2026

Künstliche Intelligenz trifft Radiologie: Ergebnisse der Studie R-AI-diographers (UK)

Künstliche Intelligenz ist in der Radiologie bereits heute fest etabliert und unterstützt Bildakquisition, Bildqualität, Arbeitsabläufe sowie Befundprozesse. Eine aktuelle, im Vereinigten Königreich durchgeführte internationale Studie zeigt, dass Radiologiefachpersonen und Studierende dieser Entwicklung mehrheitlich optimistisch begegnen. KI wird nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern als Werkzeug, das die Profession verändert und weiterentwickelt.

Diventando membro, sostenete il nostro lavoro. Diventate membri, i vostri colleghi vi saranno riconoscenti per il vostro interesse, il vostro impegno e la vostra solidarietà.
Diventare membro
© 2026 SVMTR. Alle Rechte vorbehalten.